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Norianer in
POLEN
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

6 Norianer, 6 Etappen in Polen

Story by Maja,Schurli,RO NoTri, Pics by bikechallenge.pl, petebike.com, Maja, NoTri
   

 

                                       Bike Challenge in Polen - Juli 2007  by Maja    
 

 

:: die Fakten:

6 Etappen im polnisch-tschechischen Grenzland,

450 km, 12.000 hm,

230 Teams am Start, davon 111 im Ziel,

Prinzessinnen-Fahrzeit: 30h37min

 

:: die A-Teams:

Gregor und Ewald - Sport Nora Trek

RO und Schurli - Sport Nora [G]Old

Barbara und Verena - Sport Nora Princess

René und Laurenz - Swat 2RadChaoten.com

 

 

 
                                                                   Ankunft
 

 

 

Ankunft im polnischen Duszniki Zdrój, Startpunkt der Bikechallenge 2007.

Vor Ort der erste Materialdefekt – Schurli´s Flipflop gibt beim 1. Stiegen-Uphill auf. Gregor und ich beschließen die erste Nacht im Zelt zu verbringen und werden dafür mit einem heftigen Regenguss belohnt. Währenddessen werden unsere wackeren Kollegen samt Konkurrenz in der polnischen Schule eingesperrt.

Barbara und ich ergänzen uns perfekt im Sport Nora Princess-Team: Für mich ist es das erste Etappenrennen, sie ist seit 2 Monaten kein Rennen mehr gefahren. Nach der 100er Strecke in Goisern 1 Woche zuvor kommen mir die Distanzen nicht so schlimm vor. Das ist auch gut so, denn wir stellen bald fest, dass die angegebenen Distanzen allesamt zu kurz angegeben sind. Roadbook gibt es keines und Höhenprofile kursieren jeweils mehrere. Informationen über die Strecke werden unter der Hand ausgetauscht.

Unsere Prinzessinnen-Taktik ist schnell festgelegt: Jeden Tag irgendwie ins Ziel kommen. Ein Platz unter den Top 10 Frauen scheint – bei 8 Frauen-Teams am Start - möglich :). 

 

 
                                            stage 1 - 84 km, 2.280 hm              
 

 

Aufstehen - frühstücken - zusammenpacken - Tasche abgeben – bike vom Bikepark abholen - aufwärmen - Paßkontrolle - Startplatz sichern.

Um 10:00 Start: Gregor hat uns gebrieft – Beim Start schauen, dass wir nach vorne kommen, damit wir der schiebenden Bierbauchgang am Berg nicht zum Opfer fallen. Das klappt ganz gut, nach dem ersten Berg verfallen wir wieder in „unser“ Tempo. Barbara und ich übernehmen abwechselnd die Führung (äh, von unserem 2er Team, nicht gesamt). Bei km 60 treffen wir auf Schurli und RO, die ihre Räder nach einem schweren Sturz von RO schieben. Die nächsten 20 km sind selbst zum Fahren noch sehr hart, hoffentlich schieben die zwei nicht alles bis ins Ziel!

Der erste Nachmittag ist von RO´s Sturz überschattet. Er gibt zwar Lebenszeichen von sich, aber ob ein Weiterfahren des [G]Old-Teams möglich ist, weiss niemand von uns. Kein Mensch denkt an Platzierungen und Barbara und ich versäumen prompt die Siegerehrung für unseren 3. Platz.

Zum Glück reservieren uns die Jungs (Gregor und Ewald) jeden Tag gleich nach ihrer Ankunft Schlafplätze in der Schulklasse. Weniger privilegierte Nachzügler schlafen am Gang mit Halogenbeleuchtung unter beträchtlicher Störung von nächtlichen Klogehern.

 

Ergänzung (G)olden boys by Schurli:

Vom Start geht es schnell weg und die ersten 60 km laufen genial, durch die flotte Streckenführung begünstigt bildet sich ein Packl aus 5 Teams, das wir bei km 50 sprengen und abhängen. Es läuft echt genial: Ro macht Tempo bergauf, ich mach auf den flachen Stücken und in den Downhills Druck – optimales Teamwork.

Dann die Katastrophe: Downhill auf Schotter, ein bisschen wellig, Ro fährt ca. 10 Meter vor mir, als sich plötzlich sein Hinterrad hebt – Ro scheint das zu merken, er kämpft, aber zu spät – ungebremster Überschlag bei ca. 50 kmh – er landet zuerst am Kopf, rollt ab und liegt bewegungslos am Rücken, das Bike auf ihm – ich kann gerade noch bremsen und komme einen Meter vor ihm zum Stillstand – RUHE – nach ein paar Sekunden ein kehliges Stöhnen, zum Glück nicht bewusstlos – dann wird es hektisch – das Nachfolgeteam fährt uns fast über den Haufen, weil sie den am Boden liegenden Ro nicht sehen – ich stelle mein Rad quer, damit Ro abgedeckt ist. Jetzt kommen andere Teams, die Hilfe anbieten – Ro lehnt ab.

Mühsam steht er auf und will weiterfahren, doch das geht nicht, der Körper spielt nicht mit. Ich setze ihn neben die Strecke und wir warten eine viertel Stunde. Wir schleppen uns 200 Meter weiter an eine flache, ungefährlichere Stelle. Jetzt funktioniert das aufsteigen wieder. Langsames flaches Rollen 300 Meter, dann die tschechische Grenze – wenn wir die Rettung brauchen, bringt sie RO jetzt wenigstens in ein Spital im gleichen Land des Zielortes. Jetzt die erste Steigung: UNMÖGLICH. Ro bricht völlig zusammen, der Kreislauf spielt nicht mit. Flach hinlegen, Beine hoch, ich will die Rettung holen, doch Ro will weiter kämpfen. Nach 20 Minuten geht es wieder, aber an ein Fahren ist nicht zu denken. Wir schieben unsere Bikes entlang der Strecke. Die Prinzessinen kommen, wollen helfen, wir schieben langsam weiter. Jetzt hat Ro auch keine Luft mehr im Vorderrad – willkommene Pause - er legt sich hin, ich wechsle den Schlauch. Ohne Rad als Krücke kann er gar nicht gehen – soll ich doch die Rettung rufen? Ro hat die Notrufnummer gespeichert, ich nicht. Doch das Handy ist vom Sturz zertrümmert und er will weitergehen. Also los! Jetzt überholen uns im Schneckentempo auch die langsamsten Teams, das weckt Ro´s Lebensgeister. Er reißt sich mächtig zusammen und steigt wieder aufs Rad, weil von denen können wir uns ja wirklich nicht überholen lassen!  10 km vor dem Ziel sehen wir weit vor uns 2 Schweden, die will RO sich noch holen und tritt echt ordentlich rein. Wir schaffen es und sind vor der „schwedischen Bierbauchgang“ ( Zitat RO ) im Ziel!

Anmerkung RO: ohne Worte, der ärgste Unfall meines Bikerlebens, vor allem auch deshalb weil ich nicht weiß warum es dazu kam, dass ich weiterfahren konnte glaub ich heute noch nicht...

 

 

 
                                                    stage 2 - 64 km, 2090 hm  
 

 

Eine kurze Etappe, für Barbara und mich aber die härteste. Barbara hat ihren „2.Tag-Einbruch“, den wir schon von vorigem Jahr Gardasee kennen, ich habe Bauchkrämpfe. Der Frust über die etwas missglückte Etappe ist aber schnell verflogen, als wir kurz vor dem Ziel noch einen schweren Sturz sehen. Wir sind einfach nur mehr froh, dass alle von uns gut ins Ziel gekommen sind.

Abends wieder duschen, futtern-futtern-futtern, Räder waschen, Räder schrauben, schlafen.

Schurli, (G)olden boys: durch den Drogencoctail, den sie Ro im Spital gespritzt haben läuft es erstaunlich gut, nur bergab sind wir seeeehr langsam - Platz 10, Gesamt: Platz 15

 
                                      stage 3 - 67 km ,1.924 hm        
 

 

Körperlich gehts gut voran, leider streikt meine Schaltung immer wieder, was mir und Barbara, die mich tatkräftig unterstützt, viel Energie und Nerven kostet. Als dann doch wieder alles funktioniert, geht’s aber dafür umso motivierter dahin. Mit Barbara zu fahren, klappt bestens. Wie homogen wir fahren, fällt uns am meisten auf, wenn wir wieder mal „partnersuchende“ Einzelfahrer am Wegrand sichten.

 

Schurli, (G)olden boys: die Drogen lassen nach, die Schmerzen sind für RO teilweise unerträglich.

Im Ziel kann RO nicht mehr vom Rad absteigen, weil er das Bein nicht über den Sattel bringt. Ich hebe ihn unter den Armen hoch, damit er wieder gerade steht.


Anmerkung RO: nettes Erlebnis an diesem Tag: auf einer schnellen Forststraßenabfahrt schießt mich, ohnehin sehr verunsichert runterfahrend, ein übermotivierter Belgier mit viel zu hohem Tempo fast ab und muss unten minutenlang auf seinen Partner, der nicht nachkommt, warten. Ich spende ihm ein paar nette englische Worte und er meint nur, wir werden ja im Ziel sehen ob seine kamekaze Abfahrt etwas gebracht hat. Ich lass ihm am nächsten sehr steilen Anstieg einfach stehen, leider überholt er mich am letzten Downhill, wo ich lulumäßig sogar absteig wieder, diesmal gemeinsam mit seinem Partner. Schurli wartet schon auf der Straße, es sind noch ca. 400 Meter bis ins Ziel. Ich steige auf und sprinte los, Schurli hinterher, Tageshöchstpuls, plötzlich ein seltsamer Druck hinter meiner Brille, ich denke mein Kopf zerplatzt, egal, auch wenn ich sterbe, wir müssen vor den beiden im Ziel sein, wir holen die 2 Schwammerln ein, sie halten ca. 10 Sekunden dagegen und brechen dann vollkommen ein, wir schaffen es, GSD, sonst hätte ich diese Nacht nicht schlafen können...Belohnung: Platz 10 bei den Masters overall
 

 

 

                                                    stage 4 – 47 km, 1.740 m
   

 

Tag der Ärgernisse. Unsinnige Überholmanöver von übermotivierten Halbwahnsinnigen werden von Barbara mit einem „You want to win the race or what?!?“ kommentiert. Ich muss lachen, zu diesem Zeitpunkt hat unser Feld ca. 5 Stunden Gesamtrückstand auf Gregor und Ewald, die auf Platz 5 super unterwegs sind.

Im Ziel geht den 3. Tag hintereinander das Essen aus. Kalter Reis mit Erdbeerjoghurt als Hauptmahlzeit kann mich bei einem Etappenrennen nicht wirklich zufriedenstellen und ich mache einen Aufstand. Schade, wenn eine sonst tolle Veranstaltung „ruiniert“ wird, weil am falschen Platz gespart wird.

Anmerkung RO: der härteste Tag für mich, ich brech im Mitellteil voll ein: es ist ca. 1,5 Stunden lang ein Gatschweg zu fahren mit tiefen Furchen und Lacken die man mit dem Oberkörper ausgleichen muss, was ich wegen der Rückenschmerzen nicht kann, ich fahr ur langsam, fahr dann nur mehr direkt durch die Lacken, Schurli meint nur er hätte beim 30ten Team das uns überholt hat aufgehört zu zählen, aber trotzdem:

Schurli, (G)olden boys: super 9.Platz, es geht aufwärts

 

                                    stage 5 - 72 km, 2.135 hm
                                      stage 5 - 72 km, 2.135 hm    
   

 

Tag der Ausfälle. Nach wenigen km steht ein Mädel vom Team auf Platz 2 vor uns heulend am Waldrand und muss mit Knieproblemen aufgeben.

Bei der Labe „lungern“ Gregor und Ewald herum. Ewald´s Schaltwerk ist komplett verbogen. Leider scheitern die Jungs trotz aller MacGyver-Technik an der Reparatur und versäumen nach den schnellen Schotterabfahrten der Vortage die technisch anspruchsvollen Singletrails der heutigen wunderschönen Etappe.

 

Schurli, (G)olden boys: nach dem tollen Ergebnis vom Vortag ein bissl übermotiviert in den ersten beiden Bergen, dann kommt der Einbruch: in den nächsten 30 technisch anspruchsvollen Kilometern überholen uns mindestens 30 Teams, Ro`s Rücken ist völlig blau und unbeweglich, die Schmerzen sind gewaltig – mindestens 3 weitere Stürze schaffen nicht gerade Sicherheit – am letzten Berg überholen wir noch ein Paar Teams – nur Platz 12, aber nach 6 Stunden wenigstens im Ziel

 

 

 

 
                                              stage 6 - 65 km, 2.012 hm
 

 

 

Wir sind geistig darauf eingestellt, „auf sicher“ zu fahren und nur unseren 2. Platz ins Ziel zu bringen. Schade nur, dass die anderen da nicht mitspielen. Das Tempo bei uns „hinten“ ist schnell, der Fahrstil unnötig agressiv. Plötzlich schießt uns von hinten ein Fahrer ab. Barbara rettet sich noch irgendwie, mein Rad verfängt sich mit dem anderen Bike und ich stürze. Kurzer Check, aber Körper und Rad sind zum Glück noch ganz. Der Pole ist anscheinend leicht verletzt und ich verzichte auf eine Schimpftirade in Englisch. Die nächsten km liefern wir uns ständige Überholmanöver mit den Nomadisk-Ladies, die voll motiviert sind uns unseren 2. Platz auf der letzten Etappe noch streitig zu machen. Na gut, wir streichen Labe 1 und fighten nochmal ordentlich. Das zahlt sich offenbar aus, denn die Nomadisk-Ladies fallen zurück und – jippieeh! - wir sichten auf der letzten Etappe erstmals die Golonko-Girls auf der Strecke, die den 1. Platz bisher fest in ihrer Hand hatten! Für Platz 1 geht sich´s für uns nicht mehr aus, aber Platz 2 haben wir in dieser Etappe würdig vertreten.

 

Schurli, (G)olden boys: Attacke, wir haben 13 Minuten Rückstand auf den 9. Platz, aber nur 6 Minuten Vorsprung  auf den 11. platz. Und die Etappe ist wieder lang und auf den ersten 30 km teilweise sehr technisch .  Nach 10 km überholen wir die neunten – das könnte sich ausgehen. Aber jetzt wird’s wieder technisch und plötzlich sind die 11. von hinten da und überholen uns. RO ärgert sich irrsinnig und attackiert am nächsten Berg wie ein Wilder, um unsere Gegner wieder einzuholen. Im Downhill fährt er zum ersten mal seit dem schweren Sturz flüssig wie früher und so holen wir uns unsere Gegner schon nach ein paar hundert Höhenmetern beim nächsten Anstieg. Jetzt läufts wieder! Auf den letzten Kilometern überholen wir ständig, die anderen Teams zerbrechen teilweise völlig: Ich attackiere voll und breche den Widerstand, RO zieht nach, tolles Teamwork!

Im Ziel die Belohnung: wir haben den 9.Etappenplatz und auch overall haben wir es geschafft! 9.Platz in der Masterswertung

 

                                    stage 5 - 72 km, 2.135 hm
                                                      Fazit:    
 

Wenn mountainbiken, dann so!

6 Etappen zu zweit zu fahren ist Chance und Herausforderung zugleich. Es läuft nicht immer gleich gut – gegenseitiges Motivieren, aufeinander Achtgeben, Rücksicht nehmen und Improvisieren ist gefragt. Das wird belohnt mit der Freude über die gemeinsam erbrachte Leistung. Mit 8 Leuten nach Polen zu fahren, war ein Riesenvorteil und hat einfach Spass und Lust auf mehr gemacht!

Anmerkung RO: toll war´s, wir sind sicher an unsere Grenzen gegangen, aber wir haben durchgehalten...wenn man allerdings am Tag 1 einen Highspeedüberschlag produziert ohne den Grund dafür zu wissen und nur froh ist seine Beine noch bewegen zu können ist alles sehr, sehr relativ und man denkt schon nach ob sich das alles auszahlt....GSD nur kurz, weil sonst steigt man ohnehin nicht mehr aufs Rad....dass ich heuer schon den zweiten Pneumo Helm zerstört hab tritt hier in den Hintergrund....

Großes Lob und großen Dank jedenfalls an meinen Teamkollegen Schurli der 5 Etappen lang mit unendlicher Kraft als Lok fast alles vorne fahren musste und als exzellenter Abfahrer mitansehen musste wie wir täglich mind. 20 Minuten durch meine mentale "Downhillsperre" verloren haben....ich hab alles gegeben, aber mein rücken hat  nicht mehr hergegeben, bergauf waren wir jedenfalls nicht schlecht, leider hat der sensationelle Zwischenrang 5 mit einem 23er Schnitt bis zu meinem Sturz auf stage 1 nicht gehalten.....maybe next year

 

Bike Challenge Polen – Sportwoche für Fortgeschrittene, by NoTri

Als wäre das Leben nicht schwer genug und würde auch sonst keine großen Herausforderungen bergen (schlafen, arbeiten, beim „Billa“ einkaufengehen, trainieren, fernschauen  ;-)  ), „schanghaite“ (shanghaien –> Wikipedia) ich bei der letzten Sport Nora Weihnachtsfeier Ewald „die Wade“ Robeischl zu einem 6-tägigen MTB Etappenrennen in Polen.  Seines Zeichens einer der letzten sauberen UND erfolgreichen Straßenfahrer (Seitenhieb muss sein). Ewald meinte, ich im Speziellen und im Allgemeinen alle Mountainbiker seien bezüglich „Straßenfahrern“ gehässig. Mag sein. Ich bewundere auf jeden Fall seinen Gleichmut, obwohl er beim letzten Marathon in der Wachau von einem ExProfi, der sagen wir mal, wegen missbräuchlich verwendeter Medikamente 2 Jahre gesperrt war, geschlagen wurde.

              Ok, Ok, zurück zum Thema. Polen. Duszniki Zdrój.  Was soll ich sagen. Ewald kommt am Sonntag Abend mit einem 160er (für die Laien: 160km Straßenmarathon) in den Beinen zum Startort und ICH muss bei der ersten Etappe von der Spitzengruppe reißen lassen...hmmm..."Das wird eine harte Woche". Vor allem mit dem Ziel einer Top 5 Platzierung.

              Zum Glück sind Verena mein Schatz, die im letzten Moment noch Barbara zum Mitmachen überreden kann, und eine Menge netter Freunde (die Norianer Schurli & Ro, die ich überreden konnte, das Chaotenpaar, eigentlich schon Pärchen Laurenz & Renne) dabei. Nach dem schweren Sturz von RO am ersten Tag relativiert sich rasch die Hatz nach Sekunden und Platzierungen und ich bin froh die Etappen ohne derartige Probleme zu meistern. Die Prinzessinnen fahren mal locker jeden Tag auf´s Podium und erringen den 2ten Gesamtrang. Nur gefährdet von anderen Teilnehmern, deren Selbstbewußtsein offensichtlich noch kleiner ist als ihr Zumpfi und die sich nur durch riskante und gefährliche Überholmanöver bemerkbar machen können. Ich bin über ihre Leistung mächtig stolz und freue mich riesig über den Erfolg der „Mädels“.

               Endlich, als es bei der 5ten Etappe bei mir richtig zu rollen beginnt und wir vorne mitmischen, muss das Team „Sport Nora Trek“ mit einem Schaltwerksdefekt und nach etlichen Reparaturversuchen die Segel streichen. Shit happens. 4. Platz ade. Nächstes Jahr wieder? Ich weiß nicht.

Es war auf jeden Fall eine schöne lustige Woche mit den „Kollegen“.

                    Highlight: dritter oder vierter Tag, 21:00 wir kommen vom 2ten Abendessen ins Klassenzimmer = Schlafplatz, wieder liegen 3 oder 4 Dänen-Teams in „unserem“ Zimmer, es ist schon finster und es stinkt. Zuviel Recovery-Drinks. Die Eiweißverdauung streikt.

Am Nachmittag habe ich schon unmissverständlich klargemacht, dass wir nicht heidi gehen wenn die Sonne untergeht.  Es gab schon am Vortag das gleiche Problem, da die Nordländer glauben, Regeneration besteht darin, sich nach dem Rennen niederzulegen und nur mehr zum Essen aufzustehen. Vielleicht sind sie auch schon so gepeckt. Trotzdem haben sie sich wieder zu uns gelegt. Ich drehe natürlich das Licht auf. Ärgerliches Gemurre. Kurzes Geplänkel. Gitterbettsperre ist um 22:00. Punkt. Zähneputzen, Schlafplatz herrichten etc. . 22:00 – Licht aus. 22:05 Ewald kommt ins Zimmer. Weiß von nichts. Fragt ob er kurz das Licht aufdrehen darf. Wundert sich über den scharfen Ton. Kramt und räumt noch 10 min mit seiner Stirnlampe rum, dann Ruhe. Fast. RO macht mit seinem Compex lustige pieps Geräusche.

Piep, piep, piep…Stufe 20 auf jeden Kanal. 22:20 Rene & Laurenz stolpern – direkt vor der Eingangstüre liegen zwei Mutige - gut gelaunt  ins Zimmer. Pssstpsst – hihihi. Da ich nicht schlafen kann, wenn mir nicht jemand eine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen hat, bitte ich Laurenz darum. Nach 15 Min Herumkramerei und Schepperei beginnt Laurenz aus Heinz Kammerlander´s  kindlich erzählten Erlebnissen vorzulesen. Da ich doch ein paar Schlafplätze entfernt liege, reicht ein Flüsterton nicht aus. Es knistert förmlich in der Luft, aber nicht weil das Buch so spannend ist. Na gut. Gute Nacht! Mit einem breiten Grinsen schlafe ich seelig ein.

 

Ride smart, go fast, have fun.

 

:: Und hier geht´s zum Rennen aus Chaotischer Sicht: Chaoten LINK