Prächtiges Frühlingswetter mit
strahlendem Sonnenschein, aber leider auch teils kräftiger Wind begrüßten am
10.April 2011 die knapp 600 Teilnehmer des 10. Wienerwald Radmarathons, die
sich über die 72km und die 97km Distanz wagten.
Am Start herrscht reges
Getümmel, ich stehe irgendwo
ganz entspannt im hinteren Drittel des Starterfeldes, als Marco mir mein Rad
wegnimmt und es irgendwo weit vorne über die Absperrung hebt und meint, dass
ich hier starten soll – so stehe ich etwas unbeholfen mit meinen
Mountainbike-Schuhen und meinem 10 Kilo Rad neben Ewald (dem späteren
Gesamtsieger auf der langen Strecke) und anderen (Fast)-Profis. Zu dem
Zeitpunkt verfluche ich Marco und seine Ideen, aber spätestens im Ziel würde
ich ihm dann doch noch dankbar sein…
Nach dem Start geht es
neutralisiert durch Mödling, mein Puls ist gefühlt auf 180 (Pulsmesser ist
leider ausgefallen), ein Haufen Fahrer überholen mich, obwohl ich schon
jetzt alles gebe und ich beginne mich zu fragen, was ich hier eigentlich
tue. Für einen Moment kommt mir sogar der Gedanke, dass ich einfach aufhören
und gemütlich zurück nach Mödling rollen könnte – aber man kann ja den
ersten Wettkampf der Saison nicht kampflos aufgeben! So versuche ich, mich
ganz hinten in einer Gruppe im Windschatten zu verstecken. Mit der Zeit
zieht sich das Feld in die Länge und so finde ich dann doch endlich „meine“
Gruppe, die genau das richtige Tempo für mich fährt und so bessert sich
meine moralische Verfassung, ich beginne fast (aber nur fast!!), das Rennen
zu genießen.
Bei der Hafnerberg-Abfahrt
verliere ich dann meine Gruppe, mit aller Kraft - den Tränen nahe – schaffe
ich es bei Gegenwind ganz alleine auf der Bundesstraße die anderen wieder
einzuholen. Dann geht es mit einer relativ angenehmen Geschwindigkeit zum
Schöpfl, am Anstieg teilt sich die Gruppe dann in 3 Teile: vorne etwa 5
Leute, ich mehr oder weniger allein und hinten 5 Leute. So gehe ich alleine
in die Abfahrt, die Fahrer, die 10 Sekunden vor mir weggefahren sind, sind
nur mehr bunte Punkte am Horizont (falls sie überhaupt noch zu sehen waren
und ich vor lauter Anstrengung den Schöpfl rauf nicht schon die Sterne
gesehen habe) und hinten ist auch noch niemand zu sehen. Nach etwa 5km werde
ich dann doch eingeholt, ich verstecke mich sogleich wieder ganz hinten.
Irgendwo teilt sich die Gruppe wieder, ich bleibe wieder alleine in der
Mitte und werde dann zuerst von einem, dann von einem anderen Fahrer
eingeholt. Als kleines Grüppchen fahren wir dann die letzten 10km gemeinsam
ins Ziel, das wir mit einer Zeit von 2h20min erreichen. Zu dem Zeitpunkt
ahne ich noch nicht, welchen Platz ich belegt hatte, da ich 3 Damen vor mir
wusste (die dann die lange Strecke gefahren sind) – einzig und allein der
Applaus der Zuseher hat mich hoffen lassen, dass ich doch zumindest aufs
Podest gekommen bin. Dass es dann der erste Gesamtrang bei den Damen wurde,
wagte ich nicht zu hoffen!

Nach dem
Rennen fix und fertig, aber mit einem Strahlen im Gesicht
J
Und dann
bei der Siegerehrung immer noch mit dem selben Strahlen…